Radweg interessiert Bürger CSU-Neujahrsempfang Pähl: Hochtechnologie und Birkenallee-Radweg

Alfred Schubert  31. Januar 2017

Alexander Dobrindt will technischen Fortschritt, der den Wohlstand sichert. Fotos (4): Schubert

CSU-Ortsvorsitzender Johann Weber will den Schutz der Bürger.

Pähl – Ganzkörperscanner, die beim morgendlichen Duschen den Zustand der Haut ermitteln und so möglichen Hautkrebs früh erkennen, sind laut Alexander Dobrindt der nächste große Wurf der Zukunftstechnologie, in der Deutschland führend bleiben muss, damit der Wohlstand im Land gewahrt bleibt. Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur räumte aber ein, dass der Gedanke an den Einsatz dieses nützlichen Geräte für „manchen noch gewöhnungsbedürftig” sein wird. Anders schätzt Dobrindt, der am Sonntag beim Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbands im Pfarr- und Gemeindezentrum sprach, das selbstfahrende Auto ein. „In fünf Jahren”, so verspricht er, „werden wir diese Autos ganz selbstverständlich kaufen.”

Und vorher werde noch die Maut kommen. Der Minister übte in diesem Zusammenhang Kritik an der Mautkritik, die aus Österreich kommt. Er sehe nicht ein, dass Deutsche in Österreich für das Pickerl zahlen müssten, während die Österreicher in Deutschland nichts für die Straßenbenutzung berappen müssten. Seine Forderung: „Schluss mit der Ösi-Maut-Meckerei!”

Kühn will beim Birkenallee-Radweg neue Erkenntnisse berücksichtigen.

Der Landtagsabgeordnete Harald Kühn zeigte Verständnis für den Wunsch der Pähler Bürger, einen Radweg entlang der Birkenallee zu bekommen. Allerdings sei dieser „so nicht genehmigungsfähig.” Mit Blick auf das aktuelle Gutachten meinte er: „Wenn es aber neue Erkenntnisse gibt, müssen diese berücksichtigt werden.” Dann könne das Vorhaben neu bewertet werden. Für diese Bemerkung gab es spontanen Applaus von den rund fünzig Gästen des Empfangs. Kühn betonte aber, dass er einer Entscheidung nicht vorgreifen könne. Lob für ihr Engagement in Sachen Birkenallee-Radweg bekamen Dobrindt und Kühn vom Pähler Bürgermeister: „Ich bin zwar politisch neutral”, so Werner Grünbauer, „aber deshalb darf ich doch einen Dank aussprechen an Harald und Alexander.”

Der Radweg stand auch im Mittelpunkt des Interesses der Bürger. Er bestimmte thematisch die abschließende Diskussion des zweieinhalbstündigen Empfangs.

Neben bekannten Argumenten für den Radweg wie der Erhöhung der Sicherheit für die Radfahrer wurde von mehreren Besuchern auch angeführt, dass ein Radweg ein Beitrag zum Natur- und Umweltschutz sei, da er Autofahrten reduziere. Auch Dobrindt sieht keinen Widerspruch zwischen Radfahren entlang der Birkenallee und dem Naturschutz.

Eine Abgabe auf Kohlendioxid einzuführen, um den Klimawandel zu bremsen, wie es eine Besucherin vorgeschlagen hat, lehnt Dobrindt hingegen ab, weil er ihre Wirkung bezweifelt. Auch von dem Vorschlag eines anderen Besuchers, der sich als Experte vorstellte, hält Dobrindt nicht viel.

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Sicherheit und Elektromobilität

CSU-Politiker sprechen in Pähl über ihre Ziele und rufen zu Engagement auf

Der Besucher schlug vor, in Sachen Elektromobilität einfach nur abzuwarten, bis irgendwann jemand einen besseren Speicher erfunden habe. Die Batterie sei veraltet. Außerdem sei die Zunahme von Kohlendioxid in der Atmosphäre sogar vorteilhaft, weil dadurch das Wachstum der Pflanzen begünstigt werde, was wiederum die Produktion von Nahrungsmitteln erleichtere. Dobrindt hält nichts vom Abwarten, bis irgendetwas erfunden wird. Im Gegenteil: Man müsse die Entwicklung – etwa von sparsameren Verbrennungsmotoren und Elektroautos – voranbringen. Und das nicht nur, um die Natur zu schützen, sondern auch, um künftig international mitreden zu können. Gedanken um die Sicherheit macht sich der CSU-Ortsvorsitzende Johann Weber. Nachdem „der islamistische Terror in Bayern eingezogen” sei, sollte der Schutz der Bürger wieder einen höheren Stellenwert bekommen.

Vor dem Pfarr- und Gemeindezentrum wird für den Birkenallee-Radweg geworben.

Ähnlich sieht es auch ein Besucher, der forderte, auf Drohnen das Waffengesetz anzuwenden. Er fürchte, dass Terroristen die Fluggeräte für Anschläge benutzen könnten. Dobrindt sieht zudem noch das Problem, dass auch Nicht-Terroristen mit Drohnen Schaden anrichten. Gefährdet sei vor allem der Flugverkehr. Die Zahl der Drohnen-Begegnungen, die von Piloten gemeldet wurden, habe sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht – von 14 auf 60. Weber rief die Besucher auf, sich stärker politisch zu engagieren, zum Beispiel, indem sie Mitglied des CSU-Ortsverbands werden. Und sein Stellvertreter Helmut Mayr legte ihnen nahe, sich auch über Kommunalpolitik zu informieren: „Geht‘s mal in eine Gemeinderatssitzung, das ist auch unterhaltsam – manchmal.”

Ehrung für Anklam, Bader und Zöbele

Dem Ortsverband, der am 29. März 1977 gegründet worden ist, gehören heute noch drei Gründungsmitglieder an: Josef Bader, Werner Anklam und Rupert Zöbele. Sie wurden anlässlich des Empfangs für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.