Drei „Bs“ lindern Leiden Rheuma-Liga unterstützt Betroffene mit Beratung, Bewegung und Begegnungen

Dr. Sabine Vetter  27. Januar 2017

Der neue Vorstand der Rheuma-Liga/Arge Weilheim-Schongau, v. l.: Gilian Pal (1. Vorsitzende), Christa Schaaf (2. Vorsitzende), Christine Perzul (Fibromyalgie) und Dorothee Nabholz (Pressesprecherin). Foto: Vetter

Weilheim – Die Arbeitsgemeinschaft Weilheim-Schongau der Deutschen Rheuma-Liga Landesverband Bayern e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung rheumakranker Menschen. Jetzt hat sich ihr Vorstand neu aufgestellt und präsentiert mit großem Engagement seine vielseitigen Angebote für Menschen mit Rheumabeschwerden. Auch Fibromyalgie-Selbsthilfegruppen werden organisiert und betreut.

Rheuma-Arge Weilheim

Seit 1970 gibt es die Deutsche Rheuma-Liga e. V. als Patientenvereinigung, sie ist die erste Hilfs- und Selbsthilfegemeinschaft rheumakranker Menschen. Die Weilheimer Arbeitsgemeinschaft (Arge) besteht seit zehn Jahren und hat inzwischen 209 Mitglieder. „Die Mitglieder kommen aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus, etwa aus Garmisch, Dießen oder Grainau“, sagt die neue 1. Vorsitzende Gilian Susan Pal, „denn die nächste Selbsthilfegruppe ist erst in München“.

Viele Facetten der Krankheit

Menschen litten wohl schon immer unter Rheuma. Symptome, Erscheinungsweisen und Krankheitsbild sind dabei vielseitig und nicht leicht eingrenzbar. Unter Rheuma versteht man viele verschiedene Leiden vom Ziehen und Reißen in den Gliedern bis hin zu Arthrosen und Gicht. Knochen, Gelenke, Muskeln und Organe können von Rheuma betroffen sein. Zumeist handelt es sich um chronische Erkrankungen. Der Begriff Rheuma ist Altgriechisch und bedeutet etwa „Strömung“.

Was die Arge bietet

Das Prinzip der Rheuma-Liga ist, wohnortnahe Beratung, Bewegung und Begegnung zu ermöglichen. Und es geht um die Fragen: Wie gehe ich langfristig mit Schmerzen um? Welche Hilfsmittel gibt es? Wo gibt’s Unterstützung – auch bei körperlichen Beeinträchtigungen? Das hiesige Angebot ist auf all dies ausgerichtet und beachtlich: Arztvorträge, Patiententage, fachlich begleitete Bewegungsgruppen (darunter Qigong, Tai Chi, Aqua-Jogging, Atemtherapie), diagnosespezifische Gesprächskreise. Die stellvertretende Vorsitzende Christa Schaaf ist zuständig auch für Trainingsgruppen. Als Peitingerin betreut sie speziell diese Region, kümmert sich um die Gruppen für Wassergymnastik im Schongauer Schwimmbad Plantsch.

Neben den Trainingsgruppen gibt es Stammtische, Beratungsstunden, Kunst- und Kreativgruppen.

Trainings sind verschreibungsfähig

Teilnahme an den Funktionstrainings kann vom Orthopäden oder Hausarzt verschrieben werden. Sobald dann die Genehmigung der Krankenkasse vorliegt, meldet man sich einfach bei Gilian Pal, um eine Trainingsgruppe auszuwählen. Wer neugierig ist, auch als Nichtmitglied, besucht einfach mal eine Schnupperstunde mit Übungen. Die Mitgliedschaft in der Rheuma-Liga beträgt 25 Euro im Jahr, dafür bekommt man günstigere Konditionen bei eventuellen Zuzahlungen für die Trainingsgruppen.

Christine Perzul hat die Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe aufgebaut „Wir treffen uns monatlich zu Übungen. Dafür können wir einen Raum beim Biomichl in Weilheim nutzen,“ freut sie sich. Dorothee Nabholz, schon länger Mitglied in der Rheuma-Liga, ist neue Pressesprecherin. Sie empfiehlt Rheumakranken, sich einen Ruck zu geben: „Beratung, Bewegung und Begegnung tun sehr gut! Beim Funktionstraining, das man auch auf dem Stuhl machen kann, kommen alle Körperteile in Schwung, und beim Austausch mit anderen Betroffenen gibt’s immer gute Tipps. Es ist wichtig, dass man mit der Krankheit nicht allein ist!“

Samstag, 28. Januar, 15 bis 17 Uhr, Treffen der Selbsthilfegruppe Fibromyalgie zum Thema „Ätherische Öle als Hausmittel“, Weilheim, Biomichl, Pütrichstraße 9, 1. Stock, kein Eintritt.

Infos und Jahresprogramm: www.rheumaliga-arge-wm.de.