„Wir begegnen Flüchtlingen“ Herrschinger Schüler nähern sich mit Ausstellung dem Thema

Maren Martell-Münkel  20. November 2015

Das Interesse an dem Thema war groß bei der Präsentation in der Herrschinger Realschule.

Herrsching – „Ich hoffe in Deutschland Fuß zu fassen.“ „Ich wünsche mir hier Adoptiveltern oder Paten.“ Auf bunten Zetteln haben Flüchtlinge ihre Wünsche und Hoffnungen aufgeschrieben. Nachzulesen sind sie in einer Austellung in der Herrschinger Realschule, die noch bis diesen Sonntag im Rahmen der „Woche der Toleranz“ zu sehen ist. Eindrucksvoll haben die Schüler dort aufgezeigt, was die Migranten bewegt, ihre Heimat zu verlassen, was sie auf die Flucht mitnehmen, was sie dort erleiden, wie sie sich jetzt in Deutschland fühlen und warum Handys für sie so wichtig sind. „Wir begegen Flüchtlingen“ lautet der Titel dieser Ausstellung daher nicht von ungefähr. In Interviews haben sich die Schüler auch den Asylbewerbern genähert.

„Ziel ist es, die Besucher in die Rolle der Flüchtlinge schlüpfen zu lassen, um ihre Situation ein bisschen nachempfinden zu können“, erläuterte Schulleiterin Rita Menzel-Stuck zur Eröffnung der Ausstellung. Die Situation der Flüchtlinge soll dabei ein wenig greifbarer gemacht werden. „Wir wollen damit die Empathie der Besucher fördern und somit Angst und Vorurteile abbauen. Wir wollen aber auch eine Schule, in der jeder geachtet und respektiert wird.“

Interessiert betrachten die Schülerinnen und Schüler die Schautafeln der Ausstellung im Rahmen der „Woche der Toleranz“. Fotos (2): Martell

Interessiert betrachten die Schülerinnen und Schüler die Schautafeln der Ausstellung im Rahmen der „Woche der Toleranz“. Fotos (2): Martell

So wird an einer Station der Besucher gefragt, was er mitnehmen würde, wenn er 30 Minuten Zeit hätte, für die Flucht aus Deutschland nach Marokko seine Sachen zu packen. An einer weiteren Station zeigt die Ausstellung anhand eindrucksvoller Bilder und eines exemplarisch gepackten Koffer, was die Flüchtlinge tatsächlich dabei haben, wenn sie nach Deutschland kommen. Und um die Traumata von Flüchtlingen besser nachvollziehen zu können, kann man an einer anderen Station die unerträglichen Geräusche, die Menschen auf der Flucht erleben, auditiv wahrnehmen.

Bereits im vergangenen Schuljahr hatte eine Schülerin der „Schule-ohne-Rassismus-Gruppe“ die Idee, Flüchtlinge zu interviewen, um den Schülern zu zeigen, woher die Menschen kommen und was sie zur Flucht bewegt. Auch diese Interviews, die in Gemeinschaftseinrichtugnen oder privaten Unterkünften geführt wurden, sind in der Ausstellung nachzulesen. „Die Befragungen sind mir sehr nahe gegangen. Da spürt man viel die Hilflosigkeit und Verzweiflung“, erläutert die 15 Jahre alte Maja Kettinger. Mit Blick auf die Terroranschläge in Paris sagt sie, dass die Menschen, die hier in Deutschland ankommen ja gerade vor diesem Terror in ihren Heimatländern fliehen. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, vorübergehend in einer Turnhalle zu leben“, meint die 13-jährige Julia Zerling. Für ihre Interviews hatte sie Flüchtlinge in der Sporthalle in Inning aufgesucht. „Das war schon irgendwie sehr beklemmend.“

Informationen im Internet unter www.rs-herrsching.de.