Europa bei Sudbury in Ludenhausen Groß und Klein gleichberechtigt: An Sudbury Schulen dürfen Schüler mitbestimmen

oh  22. Mai 2015

Intensive Gespräche und anregende Diskussionen: Praxisaustausch stand bei den Workshops der Sudbury Schulen in Ludenhausen im Mittelpunkt. Foto: oh

Ludenhausen – Gleich mit dem ersten Gast, der am Freitag in Ludenhausen ankam, gingen die Gespräche und Diskussionen los und sie hörten nicht mehr auf, bis sich der letzte Teilnehmer am Sonntagabend verabschiedet hatte.

An der Sudbury Schule Ammersee haben sich von Donnerstag bis Sonntag rund achzig Vertreter europäischer Sudbury Schulen getroffen, um über diese besondere Form von Bildung zu diskutieren. An Sudbury Schulen entscheiden Kinder und Jugendliche selbst, was und wie sie lernen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern bestimmen sie gleichberechtigt die Regeln der Schule.

Teilnehmer aus aller Welt

Zum Workshop waren Gäste aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Frankreich, England, Belgien, Tschechien, der Schweiz und Israel gekommen. Sogar die Mutterschule aus Boston, USA, war vertreten. Im dortigen Sudbury Valley wurde vor über vierzig Jahren die erste Schule dieser Art gegründet.

In der Eröffnungsrede nahmen die Gastgeber auch Bezug auf das Böllerschützenfest, das die Reichlinger und Ludenhausener Vereine an diesem Wochenende feierten. „Hier treffen ganz unterschiedliche Traditionen zusammen, die miteinander harmonieren“, betonten sie.

Anschließend gingen die Teilnehmer ins Eingemachte: In verschiedenen Workshops stand der Praxisaustausch im Mittelpunkt. So wurde unter anderem darüber gesprochen, wie es gelingt, möglichst schnell eine Schulkultur zu etablieren, in der Freiheit und Verantwortung in einem harmonischen Verhältnis stehen oder dass die Sudbur Schulen, in denen demokratische Prozesse täglich gelebte Praxis sind, einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Demokratie in den verschiedenen Ländern leisten können.

Ein weiteres Thema: Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising. Hier wollen auch die Ludenhausener weiter aktiv werden. Ziel ist es, den Kontakt zur Wirtschaft und zu Stiftungen zu verstärken, um Partner zu gewinnen, die diese innovative Schule mittragen und unterstützen. Kultureller Höhepunkt für die europäischen Gäste war am letzten Tag der große Festumzug der Böllerschützen, bei dem alle begeistert zuschauten.

Nach vier intensiven Tagen fuhren die Teilnehmer voller Inspiration und Eindrücke wieder nach Hause. Einer der vielen Einträge im Gästebuch der Schule fasste die Stimmung zusammen: „Der Sudbury-Workshop war auf allen Ebenen ein Genuss!“

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